Liebe Leser und Genießer!

Wer schonmal in der Gastronomie gearbeitet hat weiss wie viel Arbeit es ist und auch wie viel (oder wenig) man verdient. Wie in meinem letzten Beitrag erwähnt, wenn Gäste nicht bereit sind angemessene Preise für ihre Mahlzeiten zu bezahlen, kann man auch seine Mitarbeiter nicht dem entsprechend Entlohnen.

Beispiel: ein Bürokaufmann verdient ein Gehalt von 1500 bis 2500 Euro Brutto direkt nach seiner Ausbildung. Er arbeitet ca. 40 Stunden in der Woche und hat das Wochenende frei, wie auch an Feiertagen und Überstunden werden auf die Minute genau abgerechnet oder abgearbeitet. Ein Koch verdient nach der Ausbildung 1470 bis 1600 Euro Brutto, hat eine Arbeitswoche von mind. 50 Stunden. Feiertage und Überstunden sind oft nicht berücksichtigt. Klar bekommt man einen Ausgleich, aber der kann auch mal darin bestehen dass, man zwei halbe Tage bekommt (die Wahrscheinlich trotzdem 8 Stunden lang waren) welches dann als ein freien Tag gilt. Bis tief in die Nacht arbeiten und die Freizeit begrenzt sich auf das Schlafen und wieder zur Arbeit gehen.

Wie man schon am Beispiel merkt, hat der Bürokaufmann viel mehr Zeit und Geld als der normale Koch. Jetzt sagen vielleicht einige unter euch, „Klar, aber der Koch bekommt doch noch Trinkgeld!“. Dies mag wohl sein, aber es gleicht niemals das aus was der Bürokaufmann generell verdient. Da fragt man sich warum der Beruf am „Aussterben“ ist.

Alleine als ich meine Ausbildung zum Koch gemacht habe, habe ich mindestens 10 Azubis gehen sehen und das innerhalb von wenigen Monaten. Viele haben natürlich das Bild vom Star-Koch im Kopf und haben nicht gewusst wie viel Arbeit es ist. Diese Arbeit wird auch nicht entsprechend entlohnt.

Also mein Aufruf an die Gastronomie: Schaut euch mal um! In unserem Umland (Schweiz, Frankreich, Österreich) bekommen Gastronomen einen viel höheren Lohn. Wieso ist dies in Deutschland so? Dies liegt teils an der geizigen Gesellschaft, die so wenig Geld wie möglich ausgeben möchte, um das meiste zu bekommen was sie dafür bekommen können. Teils auch an geizigen Gastronomen, die ein Nutzen daraus ziehen und schauen dass, die Löhne sehr niedrig bleiben. Hauptsache mehr in die eigene Tasche wirtschaften. Dies wird auch gemacht in dem man Personal spart! Der, in meinen Augen, schlimmste Fehler der ein Gastronom machen kann. Wenn man sparen möchte, darf man nicht am Personal sparen! Dein Personal ist das A & O! Mit diesem macht man sein Umsatz. Wer gutes Personal hat verkauft mehr, wer mehr verkauft macht mehr Umsatz, wer mehr Umsatz macht kann besser Zahlen! Besser bezahlte Mitarbeiter sind glücklicher! Glückliche Mitarbeiter verkaufen mehr! Super oder? Aber viele sehen das leider nicht so! Dazu würde auch dazu kommen dass, die Mitarbeiterbindung nur gutes zur Folge hat für den Betrieb!

Es scheint noch ein langer Weg zu sein bis sich die Gastronomie eines Besseren belehren lässt aber es wäre ja schonmal ein Anfang wenn das Personal etwas fairer behandelt, besser entlohnt und etwas weniger arbeiten lässt. Dafür gibt es auch Miet-Köche die entlasten können. Manchmal wäre es besser sein Personal glücklich zu halten und mal 100 Euro ausgibt für einen Mietkoch damit deiner etwas ausruhen kann. Dies steigert nicht nur die Moral sonder auch die Motivation.

MFG

Sascha Möckli